Ignaz Semmelweis und die Statistik

Der Arzt Ignaz Semmelweis (1818-1865) macht Mitte des 19.Jahrhunderts eine Entdeckung.
In Wien befinden sich zwei Geburtshäuser nebeneinander. Dort, wo Hebammen entbinden, ist die Sterblichkeitsrate geringer als dort, wo die Ärzte zuständig sind. Semmelweis folgert, dass die hohe Verbreitung des Kindbettfiebers durch die Partikel kommen, welche die Ärzte von der Leichenobduktion ins Geburtshaus „mitbringen“. Da die Wissenschaft aber noch nichts von Bakterien weiß und er nichts hat als seine Ahnung, glaubt ihm fast niemand. Ein Kampf beginnt, der Semmelweis´ Leben bestimmt und der Ihn an den Rand des Wahnsinns führt.
Er verlangt, dass die Ärzte sich die Hände desinfizieren und die Statistik gibt ihm Recht. Weniger Frauen sterben. Doch der Arzt als Verursacher einer Krankheit? Das ist für seine Zeit entschieden zu viel.
In seinem Buch „Die Ätiologie, der Begriff und die Prophylaxe des Kindbettfiebers“, das 1861 erscheint, versucht er verzweifelt anhand von Tabellen zu beweisen, dass er im Recht ist.
Der Ton gegenüber der Ärzteschaft wird immer rabiater und schafft ihm viele Feinde. Einige Ärzte und Krankenhäuser reagieren. Ihm sind es zu wenige. Er schreibt empört Briefe, die noch empörtere Reaktionen hervorrufen. Da ihm nichts anderes als die Statistik bleibt, liefert er hunderte verschiedene Versuche zur Belegung seiner Theorie, aber eben nicht den einen Beweis.
Die Zeit wird ihm Recht geben, aber sein immer gleiches Mittel der vergleichenden Datenerhebung genügt nicht den Umständen seiner Epoche.
Heute ist Ignaz Semmelweis zumindest in der Medizingeschichte ein berühmter Fall.