Juli Zehs negative Utopie

Juli Zehs Roman „Corpus Delicti“, der als Theaterstück bereits 2007 bei den Ruhrfestspielen aufgeführt wurde, spielt in einer Welt, in der Hygiene das Wichtigste ist. Der Staat überwacht seine Bürger und ein Niesen löst Panik aus. Was bei Semmelweis absurd erscheint – die Nichtanerkennung einer heutigen Selbstverständlichkeit – wird hier zur negativen Utopie eines Überwachungsstaates, der Krankheit verbietet, sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse beruft und dadurch unmenschlich wird.
Diese beiden Pole bilden die Grundlage und das Material für eine Untersuchung zu unserem heutigen Umgang mit Krankheit, Ansteckung und Hygiene. Juli Zehs Buch soll der Produktion nicht als Geschichte, sondern als Idee Impulse geben.